SCHWEIGEN ist Gold

… wie war diese Aussage ist, sollte ich auf dem Schweigeseminar, bei einem unserer Ausbildungswochenenden an der Nordsee, erfahren.

Ich habe im Vorfeld meine Familie vorbereitet, dass ich dieses Schweigen sehr ernst nehmen werde, das heißt , ich gebe nur kurz Bescheid, wenn ich gut mit dem Auto angekommen bin und dann gibt es erst wieder ein Lebenszeichen, wenn ich zurück nach Hause fahre. Das Schweigen begann Freitag abends und endete Sonntag morgens. Ich habe mir genügend Lektüre eingepackt, weil ich dachte, das wäre erlaubt und irgendwas muss der Mensch ja zu tun haben, aber ich war im Irrtum. Bevor es weiter mit meinen Erfahrungen geht, erläutere ich kurz die Stufen des Schweigens.

Mauna ist das Wort für Schweigen/Stille im Sanskrit. Es gibt 4 Stufen von Mauna

1.Stufe : Vang Mauna:  nicht sprechen, Mimik und Gesten sind erlaubt, Schreiben und Zeichnen sind erlaubt, kein Medienkonsum

2. Stufe : Kashtha Mauna:  keine Kommunikation, nicht schreiben, sprechen oder zeichnen, keine körperliche Kommunikation (Gesten, Mimik)

3. Stufe: Sushupti Mauna: Ruhe auch im Geist, Gedanken sind noch vorhanden

4. Stufe: Maha Mauna: das wahre Schweigen, Geist ist völlig leer

Als Yogi sollte man mindestens 1 Stunde am Tag Mauna üben. Laut Swami Sivananda, sollst du eine Stunde am Tag tief im Hier und Jetzt sein, bei dir selbst. Genau darin besteht die Schwierigkeit „bei sich selber sein“ ! Ich habe mich fürs erste mit der 1. Stufe begnügt. Wir haben noch untereinander mit Gesten und Mimik kommuniziert. Ich habe auf Medien (Handy) und Bücher verzichtet, da es keine Yogaliteratur war die ich eingepackt hatte. Stille kann so laut sein…im Kopf..! Es ist wahnsinnig spannend welche Gedanken plötzlich hochkommen, welche Erinnerungen sich wieder Gehör verschaffen. Alles was du verdrängt hast, weg geschoben oder dem du nicht genügend Beachtung geschenkt hast, kommt plötzlich wieder an die Oberfläche und verschafft sich Gehör und Aufmerksamkeit. Ganz schlimm war für mich die Situation, daß ich auf der Hinreise fast ein Unfall gebaut habe und meine Mitreisenden in Gefahr gebracht habe. Ich musste dieses Erlebnis mit mir selber ausmachen und das war furchtbar schmerzhaft. Ich konnte mit niemanden reden, ich konnte es nicht verdrängen durch Beschäftigung mit anderen Dingen. Ich musste es immer und immer wieder durchleben und dann habe ich mir meinen Fehler selbst verziehen, habe nicht mehr was wäre wenn … gedacht, sondern den Fehler akzeptiert und daraus gelernt. Es war geschehen , ich konnte es nicht ändern oder rückgängig machen. Dank dem Schweigen konnte ich damit schnell abschließen und auch die anderen Gedanken habe ich mir angeschaut und dann losgelassen. Ich habe das Schweigen lieben gelernt , denn nach den Gedanken kommt auch irgendwann die Stille im Geist, zu mindestens kurzzeitig und das ist Erholung für mich, diese Ruhe, diese Stille zu erfahren ist sooo ein Balsam für die Seele. Beim nächste Schweigeseminar ist die 2. Stufe dran und mal schauen wie das klappt.

Namaste Dana

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